Deutscher Musical Theater Preis in Hamburg verliehen

Am Montagabend verlieh die Deutsche Musical Akademie in Hamburg den Deutschen Musical Theater Preis. Nach drei Jahren in Berlin fand die von Ole Lehmann moderierte Preisgala erstmals in der Musicalmetropole Hamburg statt.

Der Vorsitzende der Deutschen Musical Akademie Jens Ochmann betonte in seine Rede, er sei froh, dass das Musical eine Branche sei, in der Hautfarbe, Herkunft, Religion und sexuelle Orientierung keine Rolle spielten und dass es in den Theaterkantinen andere Themen gebe als die der AfD. Gleichzeitig kritisierte er, dass unter den Bewerbern für die Kategorien »Beste Komposition« und »Bestes Musikalisches Arrangement« erneut keine Frau war. Ochmann rief unter großem Beifall dazu auf, dass Werke mit weiblicher Beteiligung auch in diesen Kategorien entstehen sollen.

Seine Vorstandskollegin Alexandra Hölzer betonte in ihrer Erläuterung zum Wahlverfahren die Bedeutung der Fachjury und dass diese aus Aktiven der Branche bestehen soll. Daher sei es nicht auszuschließen, dass auch Jurymitglieder an nominierten Produktionen beteiligt seien oder selbst nominiert würden. In diesem Fall werde streng darauf geachtet, dass diese Jurymitglieder nicht an Abstimmungen teilnehmen, in welchen Stücke mit ihrer Beteiligung zur Auswahl stünden. In diesem Jahr wurde Jurymitglied Florian Stanek in der Kategorie »Bester Darstellerin in einer Hauptrolle« nominiert und gewann diesen Preis.

Die Preispaten Rainer Bielfeldt, Nik Breidenbach, Frank-Alva Bücheler, Jane Comerford, Frank Lorenz Engel, Gitte Haenning, Jonathan Huor, Eric Minsk, Drew Sarich, Peter Scholz, Gayle Tufts, Roberta Valentini, Thomas Zaufke und Elena Zvirbulis überreichten die 14 Deutschen Musical Theater Preise an Stephan Kanyar (Beste Komposition und Bestes Musikalisches Arrangement für »Herz aus Gold«), Sarah-Katharina Karl und Roman Rehor (Bestes Bühnenbild für »Aus Tradition anders«), Sven Bindseil und Jürgen Endres (†2018) (Bestes Masken- und Kostümbild für »Herz aus Gold«), Peter Lund (Bestes Buch für »Welcome to Hell«), Lukas Nimscheck und Franziska Kuropka (Beste Liedtexte für »Jana & Janis – Sag einfach Jein«), Franziska Becker (Beste Darstellerin in einer Nebenrolle für »Erwin Kannes – Trost der Frauen«), Christoph Marti (Bester Darsteller in einer Nebenrolle für »Coco«), Danny Costello (Beste Choreographie für »Zzaun! – Das Nachbarschaftsmusical«), Werner Bauer (Beste Regie für »Erwin Kannes – Trost der Frauen«), Janne Marie Peters (Beste Darstellerin in einer Hauptrolle für »Jana & Janis – Sag einfach Jein«) und Florian Stanek (Bester Darsteller in einer Hauptrolle für »Der gestiefelte Kater«).

Der erstmals verliehene Preis für das »Beste Revival« ging an das Theater für Niedersachsen für »Erwin Kannes – Trost der Frauen« in der Regie von Werner Bauer. Als »Bestes Musial« wurde die Stage Entertainment Eigenproduktion »Fack ju Göhte – Se Mjusicäl« ausgezeichnet, welche mit sieben Nominierungen als Favorit in die Abstimmung gegangen war. Der Ehrenpreis der Akademie wurde verliehen an Pia Douwes; die Laudatio hierfür hielt Dr. Michael Kunze.

Showbeiträge aus den nominierten Musicals »Jana & Janis – Sag einfach Jein«, »Der gestiefelte Kater«, »Herz aus Gold«, »Fack ju Göhte – Se Mjusicäl«, »ZZaun! – Das Nachbarschaftsmusical « und »Erwin Kannes – Trost der Frauen« zeigten im Programm die Vielfalt des neuen deutschsprachigen Musicals.

Der Deutsche Musical Theater Preis wird seit 2015 von der Deutschen Musical Akademie e.V. verliehen. Bewerben können sich Uraufführungen und Revivals deutschsprachiger Musicals, welche keine Compilationshows sind und von professionellen Theatern oder Veranstaltern produziert werden. Eine Fachjury besucht alle Produktionen und stellt anschließend drei Nominierte in 14 Kategorien für die rund 400 Mitglieder der Akademie zur Wahl. Mitglieder und Jury haben je ein Stimmgewicht von 50%.

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